Nach den letzten Meldungen in der Presse und der öffentlichen Einladung zum Stadtrat wird die Stadtverwaltung den Vorschlag unterbreiten die Oststadtschule, die Grundschule in Neuenhof sowie das Haus II des Abbe-Gymnasium zu schließen. In den Schulstandort der Oststadt-Schule soll die jetzige Grundschule am Petersberg einziehen. Für das aktuelle Gebäude hat bereits die nahegelegene REWE-Filliale (!) Interesse angemeldet.
Für uns steht fest, dass kaum eine der Maßnahmen sinnvoll ist, deshalb wollen wir Flagge zeigen.
Konkret kritisieren wir unter Anderem folgende Punkte:
- Das Haus II des Abbe-Gymnasiums verfügt über eine Turnhalle, die im Falle einer Schließung des Standorts nicht mehr durch den Vereinssport genutzt werden können. Hallenzeiten zu bekommen, ist bereits aktuell schwer, weswegen die Verwaltung zugestehen musste, zumindest die Sporthalle am Petersberg zu erhalten. Nur dass eine weitere Halle ohne angebundene Schule für längere Laufwege der Schüler sorgt und Organisationsprobleme des Schulsports mit sich bringt, wurde nicht beachtet.
- Das Haus II wurde außerdem erst vor Kurzem teilweise renoviert. So wurden zum Beispiel neue Fenster im Wert einer hohen fünfstelligen Summe eingesetzt. Außerdem hat das Abbe-Gymnasium unter großem Aufwand genug Spenden- und Sponsorengelder für eine Neugestaltung des Schulhofes ausgegeben, die gerade begonnen hat. Alles Umsonst?
- Werden die Schüler des Haus II in das Haus I an der Wartburg-Allee umgesiedelt, muss zwangsläufig ein Anbau erfolgen. Hierfür existieren bisher keine öffentlichen Pläne und die Kosten einer solchen Maßnahme könnten leicht ins Astronomische gehen. Kosten gespart? Fehlanzeige!
- Die Oststadt-Schule verfügt über 159 Schüler. Laut Stadtverwaltung wäre die Schule durch die Petersberg-Grundschule, die aktuell über 178 Schüler verfügt, deutlich besser ausgelastet. Die Schließung einer Schule und eines Schulstandortes, für 19 Schüler?!
- Weiterhin stellt sich die Frage: Wohin mit den 159 Schülern der Oststadt-Schule? Eine Aufteilung ist für die anderen Regelschulen schwer zu schultern, außerdem kann es Schülern die in der Oststadt wohnen alleine schon auf Grund der schlechten Busverbindungen kaum zugemutet werden, durch die komplette Stadt zu fahren. Vorallem für kleinere Schüler gilt hier: Längerer Schulweg = Größere Gefahr.
- Die jährlichen Aufnahmezahlen der beiden staatlichen Eisenacher Gymnasien sollen auf zusammengenommen 150 fixiert werden. Derzeit gehen Prognosen allerdings von einer Fluktuation von 150-175 Schülern aus. Also müsste Kindern unter Umständen, trotz entsprechender Leistungen die Aufnahme am staatlichen Gymnasium verweigert werden. Wie war das mit der Wissensgesellschaft nochmal?
- Bei allem ist natürlich nicht zu vergessen: Die Geburtenzahlen für Eisenach und Umgebung steigen wieder, ergo wird die ganze Planung in ein paar Jahren sowieso wieder umgeworfen werden. Es wird jedoch schwierig sein, dann zum Beispiel den Schulstandort Petersberg wieder zu reaktivieren, wenn sich dort eine REWE-Filliale niedergelassen hat.
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