
22.08.2011 – Sozialstaatlichkeit, Arbeitsgerechtigkeit, Friedens- und Integrationspolitik, Wirtschaftsregulierung, Bildungsgerechtigkeit und Europapolitik: Es gibt in Deutschland keine Partei, deren Programm so stark auf die tatsächlichen Bedürfnisse und Ansprüche der breiten Bevölkerung zugeschnitten ist, wie die Linkspartei.
Leider kommen diese Themen in der Öffentlichkeit in letzter Zeit deutlich zu kurz. Stattdessen beschäftigt sich DIE LINKE. mit internen Konflikten und reagiert auf jeden Angriff und jede Polemik seitens der Konzernmedien und der anderen Parteien mit Positionspapieren, Grundsatzerklärungen und präsidialen Beschlüssen.
Von unterstellter DDR-Nähe über den Kommunismus- und Antisemitismus-Vorwurf bis hin zur angeblichen Mauer-Verherrlichung und unkritischen Kuba-Solidarität: Kein konstruierter Vorwurf ist abwegig genug, dass sich die Partei, ihre Gremien und Funktionsträger nicht in epischer Breite damit beschäftigen würden.
Man wünscht sich, dass DIE LINKE. wieder damit beginnt, die Regierung statt ihrer eigenen Anhänger, Sympathisanten und Mitglieder zu nerven.

Der Kakao, durch den man Euch zieht
Seit ihrer Gründung vergeht kaum eine Woche, in der die Linkspartei nicht aufgrund ihrer angeblichen Nähe zum DDR-Regime kritisiert wird. Mal wird dazu in den Biografien ihrer Vertreter gewühlt, mal müssen unbedarfte Äußerungen einzelner Mitglieder herhalten, um den Vorwurf mit neuem Leben zu erfüllen. Mitunter, wenn es gerade nichts anderes zu berichten gibt, vollzieht sich der stereotype Vorhalt auch völlig anlasslos.

Angela Merkel fühlt sich durch Nachfragen nach ihrer DDR-Vergangenheit zu keiner anderen Aussage bemüßigt, als dass sie glaubt, innerhalb der FDJ „irgendwas mit Kultur“ gemacht zu haben. Und wenn Günther Oettinger den ehemaligen NS-Marinerichters Hans Filbinger bei dessen Begräbnis mit den Worten „Er war ein Gegner des NS-Regimes“ lobt, dann bietet dies der Union keinen Anlass, über die NS-Vergangenheit ihrer politische Herkunft eigener Gründungsmitglieder zu diskutieren oder sich per Präsidiumserklärung von braunem Gedankengut zu distanzieren.
Ganz anders bei der Linkspartei: Da brauchen Medienvertreter und selbsternannte Experten Begriffe wie Kommunismus, Stalinismus oder Antisemitismus nur zu raunen und sofort beginnt eine heftige interne Debatte, dringen gegenseitige Beschuldigungen in die Öffentlichkeit, werden hektisch Presseerklärungen verfasst und übereifrige Beschlüsse verkündet.
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